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Fairtrade Deutschland News
20.12.2021

Fairtrade Women's School of Leadership: Abschlussfeier in Côte d'Ivoire

Mit einer großen Abschlussfeier hat Fairtrade Africa die dritte Gruppe der „Women's School of Leadership“ in Abidjan, Côte d'Ivoire, verabschiedet. Mittlerweile haben 122 Menschen das Programm absolviert, das darauf abzielt, die Führungsfähigkeiten der Teilnehmer*innen zu verbessern.

Die Absolevent*innen der WSOL 2021

Seit 2017 trägt die Women's School of Leadership in Côte d'Ivoire dazu bei, die Kapazitäten von Frauen und Männern in einer Reihe von Bereichen auszubauen, die Themen wie persönliche Entwicklung, Gender, Führung, Einkommensdiversifizierung, Projektmanagement, strategisches Verhandeln, Finanzmanagement und Unternehmertum umfassen.

Den Abschlussfeierlichkeiten ging ein Workshop voraus. Zu den Teilnehmer*innen gehörte Moussa Diarrassouba, Vertreter der ivorischen Ministerin für Gender und Kinder, Nasseneba Toure, Dr. Nyagoy Nyong'o, CEO von Fairtrade Global, die Leitung von Fairtrade Africa, Max Havelaar France, Agence Française de Développement (AFD) und Fond Français pour l'environnement mondial (FFEM), Fairtrade-Produzentenorganisationen sowie kommerzielle Partnerorganisationen und andere Interessengruppen.

Bei der Abschlussfeier wurden die unmittelbaren Ergebnisse der ersten Umsetzungsphase der Women's School of Leadership vorgestellt. Während der Zeremonie zum Abschluss des neunmonatigen Lernprozesses schlug jede Gruppe von Teilnehmer*innen aus sieben Fairtrade-zertifizierten Erzeugerorganisationen, die an dem Projekt beteiligt waren, ein einkommensschaffendes Projekt vor, das in ihren Gemeinden umgesetzt werden soll.

Führungsfähigkeiten ausgebaut

Der ivorische Minister für Gleichstellungsfragen, Frauen und Kinder, Moussa Diarrassouba, sagte auf der Veranstaltung, dass die Stärkung der Frauen für die soziale und nationale Entwicklung von entscheidender Bedeutung sei. „Wir müssen uns kollektiv und individuell dazu verpflichten, Frauen zu stärken und gleichzeitig geschlechtsspezifische Gewalt nicht zu tolerieren, um ein wohlhabendes, gerechtes und diskriminierungsfreies Côte d'Ivoire zu schaffen, in dem Frauen, Mädchen und Kinder gedeihen können“, sagte er. Herr Diarrassouba nutzte die Gelegenheit auch, um seine Unterstützung für das Fairtrade-Programm zu bekräftigen.

„Die Women's School of Leadership hat dazu beigetragen, die Fähigkeiten von Frauen und Männern in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Führung, Finanzmanagement und Unternehmertum zu verbessern – allesamt Schlüsselkompetenzen für den Erfolg“, ergänzte Dr. Nyagoy Nyong'o, Global CEO von Fairtrade International. „Wir sind stolz auf Sie. In unserem traditionellen Sprachgebrauch sagen wir, dass Frauen den Unterschied ausmachen, und der Beweis dafür wird heute mit dem Wandel und der Ausbildung, die diese Frauen erhalten haben, erbracht.“

Weitergabe von relevantem Wissen

Durch die Finanzierung von Équité 2 werden bis 2025 insgesamt 144 Frauen und Männer aus 14 ivorischen Fairtrade-zertifizierten Kakao-Kooperativen ausgebildet. Jede*r Absolvent*in wird das Wissen und die Praktiken, die durch die Schulung erworben wurden, an mehrere tausend Frauen in den jeweiligen Gemeinschaften weitergeben.

Im Jahr 2021 hat eine erste Gruppe von 43 Frauen und 17 Männern aus sieben Fairtrade-Kooperativen im Südwesten und Südosten der Elfenbeinküste den Kurs abgeschlossen und ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Sie schließen sich 62 Absolvent*innen früherer Jahrgänge aus den Jahren 2018 und 2020 an.

Die bisherigen Absolvent*innen sind erfolgreich und haben durch ihre laufenden Projekte zur Einkommensgenerierung viel gelernt. So wurden beispielsweise zwei Schulkantinen eingerichtet, die die von einer Frauenvereinigung angebauten Nahrungsmittel nutzen und mehr als 100 Grundschüler mit Mittagessen versorgen. Sieben Maniokfarmen, die von einer Frauenvereinigung bewirtschaftet wurden, trugen dazu bei, die Gemeinden in der schwierigen COVID-19-Zeit zu ernähren. Vierzehn Frauengruppen wurden für Investitionen in den Lebensunterhalt von Bäuerinnen durch ihre Genossenschaftsführung unterstützt.

Wofür wird eine School of Leadership für Frauen benötigt?

Nach Untersuchungen der Afrikanischen Entwicklungsbank stellen Frauen fast die Hälfte der Kakaoarbeitskräfte in Westafrika und sind in fast allen Phasen der Kakaoproduktion beteiligt. In Côte d'Ivoire stellen Frauen 68 Prozent der aktiven Kakaoanbäuer*innen (als Eigentümer*innen oder Arbeiter*innen). Sie sind daher für die Nachhaltigkeit der gesamten Kakaoindustrie von entscheidender Bedeutung. Obwohl Kakao als eine männliche Kulturpflanze angesehen wird, spielen Frauen in allen Kakao produzierenden Ländern eine wesentliche Rolle als Kakaoproduzentinnen auf den Kakaofeldern, in den Häusern, wo sie die Familienmitglieder ernähren und unterstützen, und in den Kakaoanbaugemeinschaften, die die lokalen Märkte beliefern.

Trotz dieser wichtigen Rolle werden die Bedürfnisse der Frauen als Kakaoproduzentinnen nicht befriedigt. Tatsächlich erreichen weniger als 5 Prozent der landwirtschaftlichen Beratungsdienste Frauen, und nur 15 Prozent des Beratungspersonals sind Frauen. Nur 10 Prozent der Kredite für Kleinbauern werden an Frauen vergeben. Frauen haben mit 30 bis 40 Prozent geringerer Wahrscheinlichkeit als Männer Zugang zu wichtigen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln. Hinzu kommt, dass Frauen und Mädchen in kleinbäuerlichen Betrieben oft als unbezahlte Arbeitskräfte in den Familienbetrieben arbeiten und nur wenig Einfluss auf den Betrieb haben.

 

 

 

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