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Fairtrade Deutschland News
22.09.2022

Kommentar zu aktuellen Situation in der Bananenbranche

Selten vereint ein einziges Produkt so viele Herausforderungen in der Lieferkette wie Bananen. Ein Meinungsbeitrag von Detlev Grimmelt, Vorstand Marketing & Vertrieb bei Fairtrade Deutschland.

Bananen sind bei Fairtrade ein Dauerthema: Selten vereint ein einziges Produkt so viele Herausforderungen in der Lieferkette. Die aktuellen Krisen verstärken diesen Sachverhalt: Angesichts steigender Produktionskosten und den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels geraten Bananenproduzent*innen zunehmend unter finanziellen Druck. COVID-19 und die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten wie Fusarium TR4 erschweren die Lage weiter massiv. 


Mit einer Kampagne forderten wir daher die Akteure der Branche zum Handeln auf. Zudem erhöhten wir unsere Mindestpreise für Bananen. Auf der diesjährigen Fruit Logistica in Berlin haben wir zudem gemeinsam mit weiteren gewichtigen Akteuren eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet, die vom Aktionsbündnis für nachhaltige Bananen (ABNB) initiiert wurde. 

Discounter ergreifen Initiative

Leider spitz sich die Lage durch die Folgen des Krieges in der Ukraine und der sich darauf ergebenden Inflation weiter zu. Wir begrüßen daher die Bestrebungen unserer Handelspartner, auf die aktuelle Notlage zu reagieren und Verbesserungen für die Bananenproduzent*innen herbeizuführen. Lidl etwa zahlt seit Mai dieses Jahres mit der Unterstützung von Fairtrade einen Preisaufschlag für Bananen von Plantagen und leistet einen Beitrag, damit Beschäftigte im Bananensektor langfristig einen existenzsichernden Lohn erhalten.

Auch die Bemühungen von Aldi gehen in eine richtige Richtung. Die ALDI Süd Gruppe hat Ende August einen neuen Ansatz für den Einkauf von Bananen veröffentlicht, der besonders für nicht-Fairtrade Bananen relevant sein wird. Künftig beabsichtigt der Discounter, Kostenänderungen zu berücksichtigen, die Fairtrade International nach jeder Banana Price Review veröffentlicht. 
Natürlich freut es uns, eine Methode entwickelt zu haben, an der sich der Handel orientiert. Jedoch bedeutet dies leider noch nicht, das für alle künftig in den Aldi-Märkten angebotenen Bananen der volle Fairtrade-Mindestpreis gezahlt wird, der die Kosten einer nachhaltigen Produktion für Produzent*innen und ihre Mitarbeitenden deckt und Investitionen in ständige soziale, arbeitsrechtliche und ökologische Verbesserungen ermöglicht. 

Vorteile von Fairtrade gehen über Preise hinaus

Schließlich bedeutet Fairtrade viel mehr als nur ein angemessenerer Preis für Produkte. Die Vorteile einer Zertifizierung gehen weit über das rein Finanzielle hinaus. Fairtrade unterstützt Produzent*innen darin, erfolgreich am Weltmarkt teilzuhaben. Ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen werden verbessert – sie erhalten Zugang zu Krediten, Schulungen und Schutzbekleidung. Sie werden in umweltfreundlichen Anbaumethoden ausgebildet oder lernen, wie sie ihre Produktion an den Klimawandel anpassen können. Die Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte unterstützt den Ausbau von Infrastruktur, Bildungseinrichtungen oder ärztlicher Betreuung. Gleichzeitig ist ausbeuterische Kinderarbeit verboten, Frauen profitieren von Mutterschutz und gezielten Förderprojekten. 


Wir rufen alle Akteure der Bananen-Lieferkette dazu auf, mit Fairtrade den Wandel in der Branche zu unterstützen.

Ihr Detlev Grimmelt, Vorstand Marketing & Vertrieb, Fairtrade Deutschland
 

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